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Der Weltraum(-tourismus) – Unendliche Weiten für Geschäftsmodelle

Der Weltraum(-tourismus)
Der Weltraum(-tourismus) - Quelle: SpaceX-Imagery, pixabay.com

Der Weltraum(-tourismus) – Unendliche Weiten für Geschäftsmodelle

Was ist Weltraumtourismus?

Es ist ein Traum vieler Menschen einmal die Erde zu verlassen und das Weltall zu besuchen. Bis heute ist es nur wenigen vergönnt geblieben diesen Traum wahr zu machen. Doch einige Unternehmer sehen die Zukunft im Weltraumtourismus für Jeden.

Bereits 1964, fünf Jahre vor der ersten Mondlandung, buchte der Journalist Gerhart Pistor sein Ticket zum Mond. Schade nur das Pan American, mit denen er die Reise arrangierte, liquidiert wurde, bevor der Plan in die Tat umgesetzt werden konnte. In den frühen 2000ern gelang es einer Reihe Privatpersonen, mit russischen Sojus-Raumschiffen eine Raumfahrt in den Erdorbit und zur ISS durchzuführen. Der erste Weltraumtourist Dennis Tito zahlte 2001 für seine Fahrt noch 20 Millionen US-Dollar. Tendenz steigend.

Die Träume privater Unternehmer

Jeff Bezos, Richard Branson und Elon Musk gehen einen Schritt weiter und sehen in ihrer Zukunft nicht nur einen kurzen Abstecher ins All. Mit ihren Unternehmen Blue Origin, Virgin Galactic und SpaceX wollen sie die Nutzung des Alls kommerzialisieren. Anstatt nach jeder Reise in der Erdatmosphäre zu verglühen ermöglichen es, wiederverwendbare Raumschiffe in Zukunft die Raumfahrt profitabler zu gestalten. Drehbare Sitze und Panoramafenster bieten außerdem einen einmaligen Blick auf unsere blaue Heimat.

Das Ziel dieser Fahrten soll dabei aber nicht nur der Erdorbit bleiben. Der Amazon-Gründer Bezos plant ganz klar eine Besiedlung des Mondes. Hierzu arbeitet sein Unternehmen Blue Origin an der Entwicklung des Mondlandegeräts Blue Moon. Das Monddorf selbst soll dann größtenteils von Robotern errichtet werden.

Für den Tausendsasa Elon Musk ist das noch nicht genug. Mit seinem Unternehmen SpaceX plant er in Zukunft sogar, den Mars zu besiedeln. SpaceX ist aber auch heute schon marktführend unter den kommerziell angebotenen Raketenstarts. Sie transportieren Satelliten in den Erdorbit und seit 2012 versorgen sie die ISS mittels des Raumschiffs Dragon. Ab 2020 soll dann das Nachfolgermodell Crew Dragon auch Personen zur Raumstation befördern.

Die Rolle der Regierung

Auch die NASA beginnt den Vorteil der kommerziellen Nutzung der Raumfahrt zu erkennen. Astronomen haben nach wie vor viele Fragen, die nur eine weitere Erforschung des Mondes beantworten kann. Wie ist der Mond entstanden, welche Auswirkungen hatten Vulkanismus und Asteroideneinschläge auf den Mond. Antworten auf diese Fragen sollen dann auch auf andere felsige Himmelskörper wie den Mars oder unsere ganz eigene Erde angewandt werden können, da hier Antworten auf diese Fragen schon längst von anderen planetaren Entwicklungen weggewischt wurden. Aus diesem Grund plant die NASA, bis 2024 wieder Mondexkursionen zu starten. Doch diesmal sollen die Astronauten länger bleiben und bei ihrer Arbeit von Robotern unterstützt werden.

Um diese und andere Projekte umzusetzen, soll in Zukunft die ISS auch dem privaten Sektor (in Englisch) zur Verfügung stehen. Private Unternehmen sollen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Forschungen im Weltall durchzuführen auch dem Tourismus steht die ISS künftig für einen Zeitraum von bis zu 30 Tagen offen. Transportiert werden sollen die Privatpersonen mit Shuttlen der Firmen SpaceX und Boing. Doch der Spaß wird nicht billig. Hin- und Rückflug werden derzeit mit 50 Millionen US-Dollar berechnet. Dabei ist der Aufenthalt in der ISS noch nicht mitgezählt. Der soll etwa 35.000 Dollar täglich kosten.

Liegt die Zukunft der Menschheit im All?

Das Weltall rückt auch in Zukunft unaufhaltsam näher. Private Raumstationen, Weltallhotels und außerplanetare Siedlungen mögen heute zwar noch wie Science-Fiction klingen, doch schon in wenigen Jahren zur Realität werden. Dabei scheinen alle zu gewinnen. Der Wirtschaft eröffnen sich neue Möglichkeiten und die Weltraumforschung bekommt eine dringend nötige finanzielle Unterstützung.

Was bei all den Zukunftsträumen allerdings keiner zu bedenken scheint, sind die Kosten, die unser Planet für die Urlaubswünsche der Superreichen bezahlt. In Zeiten in denen immer wieder von Klimawandel und Rohstoffmangel berichtet wird, scheinen sich die Wenigsten Gedanken zu machen, welche Auswirkungen regelmäßige Raumfahrten auf unsere Umwelt haben werden. Auch der BUND hat mittlerweile vor den Gefahren der ausschreitenden Reisen ins All gewarnt. Eine erste Studie erkennt vor allem in der wachsenden Rußbelastung die größte Gefahr für das labile Ökosystem.

Bleibt zu sehen, ob die, in Entstehung befindliche Weltraumwirtschaft eine zweite Heimat für die Menschheit im All schaffen wird. Und ob es sich gelohnt haben wird, dafür unseren Planeten aufs Spiel zu setzten.

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