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Schulbuch oder Tablet - Was erwartet die Schüler der Zukunft?

KI und Sprache

Schulbuch oder Tablet - Was erwartet die Schüler der Zukunft?


Das Zeitalter der Digitalisierung hat die Welt in kürzester Zeit stark verändert. Das Internet macht globale Interaktion so leicht wie nie, beinahe jeder besitzt ein Smartphone - nur in der Schule ist die moderne Technik noch nicht wirklich angekommen. Wann also ersetzen Tablets das Schulbuch?

"Wer braucht schon noch Bücher?"

Schulbücher sind die wahrscheinlich am häufigsten kritisierten Überbleibsel einer vermeintlich veralteten Schulform - noch vor dem Overhead-Projektor. Häufig wird das hohe Gewicht kritisiert, vor allem wenn die Bücher nach dem schweren Gang in die Schule nicht einmal benutzt werden. Sie sind nicht zu bearbeiten und generell bei technikaffinen Jugendlichen aus der Mode bekommen. Daher besteht seit einiger Zeit die Debatte, in Zukunft stattdessen auf Tablets zu setzen. In der Politik wird regelmäßig über die Umsetzung und die Budgetverteilung diskutiert, einige Schulen führen Probekonzepte mit Tablet-Schwerpunkt durch. Und häufig würden dadurch tatsächlich die genannten Probleme der alten Wälzer behoben. Aber ist das Tablet wirklich der versprochene Wunderheiler?

Vor - und Nachteile: Was wiegt mehr?

Dabei ist der Begriff "Wiegen" durchaus wörtlich zu nehmen. Die Gesundheit spielt eine zentrale Rolle bei der Kritik an Schulbüchern. Denn Rückenschmerzen sind bekanntlich die neue Volkskrankheit und ein viel zu schwerer Kastenrucksack im Grundschulalter kann langfristige Schäden nach sich ziehen. Hier würden Tablets also Abhilfe schaffen - der ganze Lernstoff in einem kleinen Computer und die Wirbelsäulen der nächsten Generation sind gerettet.
Tablets sind auf mobiles Arbeiten ausgelegt. Den Komfort, all seine Inhalte, Hausaufgaben etc. im gleichen Gerät geordnet bei sich zu haben, kann das alte System nicht bieten. Gleichzeitig können hier frühzeitig Medienkompetenz à la „Umgang mit Programmen und Orderkultur“ erlangt werden. Ein Schulbuch ist im Vergleich eher starr und unübersichtlich. Texte müssen herausgeschrieben und physisch in Ordner abgeheftet werden. Auch hier behebt das Tablet ein bekanntes Problem.
Der letzte große Vorteil eines Taschencomputers ist die Personalisierung. Schüler können vom Lehrer zu jeder Zeit auf sie zugeschnittene Aufgaben übermittelt bekommen. Einige Lehrer an gut ausgestatteten Schulen bestätigen, hierdurch Schüler besser und individueller als zuvor beurteilen zu können.

Alt muss nicht gleich schlecht sein

Einige Aspekte sprechen allerdings stark für eine Erhaltung von Stift und Papier im Schulalltag - und werden selten genannt. In Punkto Umweltfreundlichkeit z.B. sticht das Schulbuch seinen modernen Konkurrenten aus. Bücher und Blöcke werden immer öfter aus Recyclingpapier hergestellt, im Gegensatz dazu steht die günstige Beschäftigung von Arbeitskräften aus aufkommenden Schwellenländern bei der Herstellung der Tablets. Wie sehr dort auf Umwelt - und Menschenrechtsstandards geachtet werden, muss nicht weiter ausgeführt werden.
Außerdem bleibt bei allem Lob eines wenig beachtet: Das Lernen der Kinder. Es ist nachgewiesenermaßen so, dass das handschriftliche Niederschreiben eines Inhaltes die Merkfähigkeit um ein Vielfaches erhöht. Etwas einzutippen sorgt nicht für gleichen Effekt eines Speichervorgangs im Gehirn. Außerdem bringt der Touchscreen immer auch eine Gelegenheit zur Ablenkung mit sich. Die Aufmerksamkeit der Schüler kann so aktiv vom Unterrichtsinhalt hin zur Zeichnen-App verschoben werden, was natürlich mit Smartphones sowieso bereits ein Problem darstellt.

Zu guter Letzt werden Tablets schlichtweg teuer. Durch die geringe Haltbarkeit der Produkte (zumindest im Vergleich zum gebundenen Buch) und die überschaubare Akkulaufzeit entsteht ein hoher Mehraufwand: Die Anschaffung immer neuer Produkte, um alte zu ersetzen. Die Verkabelung und Verteilung von Steckdosen/Ladekabeln im Klassenraum, die natürlich auch nicht ewig halten werden. Und so hilfreich ein Ausbau des W-Lan-Netzes an Schulen wäre: Ein Cloudspeicher oder ein zentraler Server für Schulmaterial bringt immer das Risiko mit sich, den gesamten Stoff durch eine technische Panne zu verlieren. Selbst wenn dies eine krasse Ausnahme bleibt, kann es betroffene Schulen und Schüler stark zurückwerfen.

Was bringt die Zukunft?

Tablets werden kommen, eher früher als später. 60% aller Bürger wünschen sich einen Wandel im Schulmaterial, immer mehr Schulen und Verlage legen in Zeiten der Digitalisierung ihren Fokus auf die modernen Lehrmethoden - und das muss kein Nachteil sein. Es liegt allerdings an der Politik, den Schulen, den Eltern und an den Schülern, die Komplikationen zu erkennen und die moderne Technik mit Mehrwert einzusetzen. Vor allem darf dabei aber der Wert von Buch, Block und Stift nicht aus den Augen verloren werden, möchte man den Kindern von Morgen die Schule wirklich erleichtern.

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